Zurück zur Übersicht

Tierhalter während Coronakrise – Planung ohne Panik

24. März 2020 · VetSpezial

In Zeiten der Coronakrise machen sich Tierhalter zunehmend Gedanken über den Alltag, aber auch über die Versorgung ihrer Tiere im Krankheitsfall. Die aktuelle Lage bedarf sicher Voraussicht, sollte aber nicht zu Panik führen.
Schauen wir über die Grenzen, könnten auch in Deutschland weitere Einschränkungen in Zusammenhang mit der Pandemie auf uns zukommen. Es ist dementsprechend sinnvoll die passenden Maßnahmen und Möglichkeiten für sich und seine Tiere abzuwägen.

Tierfutter – bitte nicht hamstern

Genau wie für die Lebensmittelversorgung von uns Menschen gilt auch bei den Nahrungsmitteln für Tiere, dass die Versorgung derzeit sichergestellt ist. Der Einkauf großer Mengen schafft Engpässe für andere. Gesunde Hunde und Katzen verkraften jederzeit einen Futterwechsel. Das bedeutet, auch wenn das übliche Futter mal nicht zur Verfügung steht, gibt es Alternativen.
Die Besorgung von Tierfutter ist auch im Fall einer Ausgangssperre gestattet.

Spezialfutter, der Sonderfall

Wenige Hunde und Katzen sind aufgrund einer Erkrankung auf spezielle Nahrung angewiesen. In diesen speziellen Fällen sollten Sie einen moderaten Vorrat anlegen, um mögliche Produktions- und Lieferverzögerungen überbrücken zu können.

Medikamente für chronisch erkrankte Hunde und Katzen

Wenn Ihr Tier regelmäßig auf die Einnahme bestimmter Medikamente angewiesen ist, überprüfen Sie Ihren Bestand und nehmen Sie im Bedarfsfall mit Ihrem Tierarzt Kontakt auf. Kalkulieren Sie etwas mehr als den normalen Verbrauch, um die Gabe jederzeit sicherzustellen.

Der Tierarztbesuch – Fokus auf lebensnotwendige Behandlungen

Beschränken Sie Tierarzttermine auf die wirklich erforderlichen Behandlungen. Impfungen können bei älteren Tieren ohne eine erneute Grundimmunisierung später nachgeholt werden. Selbstverständlich wird auch während der Pandemie jeder Notfall durch tierärztliche Praxen versorgt!
Rufen Sie vor jedem Besuch in Ihrer Tierarztpraxis an. Viele informieren zusätzlich über ihre Schutzmaßnahmen während der Coronakrise auf ihren Websites und Social Media Präsenzen.

Hundespaziergang und Ausgangssperre

Zur Zeit sollten Sie mit Ihren Hunden alleine spazieren gehen und Kontakt zu anderen Hundehaltern und fremden Tieren vermeiden. Gehen Sie auch Menschenansammlungen draußen aus dem Weg.
In einigen europäischen Ländern gilt mittlerweile die Ausgangssperre. Hundehalter dürfen in der Nähe ihrer Wohnung allerdings Spaziergänge unternehmen, um den Bedürfnissen ihrer Tiere gerecht zu werden.

Hunde und Katzen übertragen das Coronavirus nicht

Hunde und Katzen können sich nach aktuellem Kenntnisstand nicht mit SARS-CoV-2 infizieren und übertragen das Virus dementsprechend nicht. Die Aussage vertreten u. a. die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO), Experten des European Centre for Disease Control (ECDC) sowie das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).
Eine möglicher Übertragungsweg ist die Kontaktinfektion über das Fell von Haustieren, die durch das Streicheln oder den Körperkontakt mit einer erkrankten Person gegebenenfalls an andere Menschen weitergetragen wird. Das bedeutet, eine konsequente Handhygiene ist auch im Umgang mit Tieren dringend erforderlich. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag Umgangstipps COVID-19 in Bezug auf Haustiere.

Tierhalter mit COVID-19 – was ist zu beachten?

Wenn Sie im Zuge einer COVID-19 Erkrankung unter Quarantäne gestellt werden, dürfen Sie Ihre Wohnung nicht mehr verlassen. In diesem Fall sollten Sie nicht betroffenen Personen die Versorgung Ihrer Tiere übergeben. Neben privaten Netzwerken, leisten Tierpensionen oder auch Tierheime Hilfestellung für erkrankte Haustierhalter. Es ist auch möglich Ihren Hund für den Spaziergang an Dritte zu übergeben. Bitte waschen Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie Ihren Hund und die Leine anfassen und achten Sie darauf, dass die Hilfsperson Handschuhe trägt.

Sollten Sie Ihre Tiere selbst versorgen müssen, waschen Sie sich vor und nach dem Kontakt die Hände und tragen Sie eine Gesichtsmaske. Vermeiden Sie den Kontakt mit Ihrem Haustier, einschließlich Streicheln, Kuscheln, Küssen oder Lecken und das Teilen von Futter.

Beschäftigung und Erziehung

Etliche Hundetrainer bieten ihren Service bereits telefonisch, per Videoauswertung oder über Online Plattformen an. Inspiration für Beschäftigungsmöglichkeiten, die auch Indoor stattfinden können, finden Sie im Internet. – Voraussichtlich ist für unsere Hunde die nächsten Wochen viel Kopfarbeit angesagt, denn auch die lastet aus und macht müde.

Solidarität hilft auch Tierhaltern

In den sozialen Netzwerken gibt es etliche Hilfsangebote. Ob es um Einkäufe oder auch das Ausführen von Hunden oder den Tierarztbesuch geht (im Fall einer Quarantäne oder einer besonderen Gefährdung der Halter). Vernetzen Sie sich und tauschen Sie sich aus. Erkundigen Sie sich in Ihrem Umfeld, ob jemand bereit ist, Ihre Tiere im Krankheitsfall zu versorgen.
Bieten Sie Hilfe an, wenn andere Tierbesitzer Ihre Unterstützung während der Pandemie brauchen, damit wir die Herausforderungen der nächsten Zeit gemeinsam meistern.