Glossar

In unserem Glossar erklären wir Begriffe aus der Veterinärmedizin, um das Verständnis von tiermedizinischen Sachverhalten und Zusammenhängen für unsere Leser verständlich darzustellen. Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird nach eigenem Bedarf von uns erweitert.


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A


Anämien

Die Anämie wird auch als „Blutarmut“ bezeichnet. Bei einer Anämie sind die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) nicht in ausreichender Konzentration im Blut vorhanden, die vorrangig für die Sauerstoffversorgung des Körpers zuständig sind. Hunde und Katzen können bei einer Anämie folgende Symptome zeigen: blasse Schleimhäute, Abgeschlagenheit/Schwäche, Kurzatmigkeit bis zu Atemnot und eine beschleunigte Herzfrequenz (Tachykardie).
Unterschieden werden regenerative Anämien und nicht-regenerative Anämien. Regenerative Anämien sind durch eine vermehrte Bildung von Erythrozyten gekennzeichnet und können durch hohen Blutverlust ausgelöst werden.
Das Knochenmark produziert bei nicht-regenerativen Anämien nicht ausreichend Erythrozyten. Gründe dafür können Infektionskrankheiten und Blutparasiten (wie z B. FeLV, FIV, Hämotrope Mykoplasmose), Tumore, Nierenerkrankungen, Vergiftungen sowie Mangelerscheinungen sein.

Autosomal-dominate Vererbung

Die autosomal-dominate Vererbung bezeichnet einen Erbgang, bei dem ein verändertes Allel (Ausprägungsformen eines Gens) nur auf einem der beiden homologen Autosomen (Chromosomenpaare 1 bis 22) vorliegen muss. Das heißt, für die Vererbung einer autosomal-dominaten Erkrankung reicht ein erkranktes Elterntier. Für die Nachkommen besteht bei Erkrankung eines Elternteils ein 50% Risiko, bei Erkrankung beider Eltern ein Risiko von 75% den Gendefekt zu erben und selbst Merkmalsträger zu werden.

Aszites

Aszites ist die pathologische (krankhafte) Ansammlung von freier, meist klarer seriöser, Flüssigkeit in der Peritonealhöhle (Bauchfellhöhle). Umgangssprachlich wird der Aszites auch als Wasserbauch bezeichnet.

C


Caliciviren (Caliciviridae)

Feline Caliciviren (FCV) gelten gemeinsam mit Felinen Herpesviren (FHV) als Auslöser für Katzenschnupfen.

Canini

Canini (lat. dentes canini) ist die medizinische Bezeichnung für die Eckzähne von Säugetieren.

Caninusenengstand (Lingualstand)

Der Caninusenengstand (Lingualstand) im Unterkiefer beschreibt, wenn die Fangzähne (dentes canini) zu eng zusammen stehen. Die Zahnspitzen bohren in den Oberkiefer und verursachen Schmerzen. Je nach Ausprägung wird der Caninusengstand in unterschiedliche Grade von 1-4 unterteilt. Häufigste Ursache ist das Nicht-Ausfallen der Milch-Fangzähne, die den Platz für die bleibenden Zähne besetzen und diese, meist in Steilstellung, Richtung Zunge drücken.
Beim Caninusenengstand besteht die Gefahr der Ausbildung einer oronasalen Fistel – einer entzündlichen Verbindung zwischen Mund- und Nasenhöhle. Der Caninusenengstand wird orthodontisch mit Dehnschrauben oder Aufbisschienen behandelt.

Caninussteilstand (Mandibula angusta)

Der Caninussteilstand (Mandibula angusta) entsteht durch einen zu kurzen Unterkiefer. Es handelt sich um eine meist erbliche Kieferfehlstellung, die in der Kieferorthopädie häufig vorkommt. Die unteren Eckzähne befinden sich auf gleicher Höhe mit den oberen Fangzähnen. Bei geschlossenem Maul liegen die Eckzähne des Unterkiefers nicht korrekt außen an, sondern bohren sich in den Gaumen. Der Caninussteilstand kann zur Bildung einer oronasalen Fistel – einer entzündlichen Verbindung zwischen Mund- und Nasenhöhle – führen. Die Therapie beim Caninussteilstand erfolgt mithilfe von Dehnschrauben oder Aufbisschienen.

Cholangitis-Cholangiohepatitis-Komplex (CCH-Komplex)

Der Cholangitis-Cholangiohepatitis-Komplex (CCH-Komplex) ist eine Entzündung der Gallenwege bei der Katze. Die Ursache für die Erkrankung ist bisher ungeklärt. In akuten Phasen zeigt sich die Erkrankung mit Symptomen wie Nahrungsverweigerung, Schwäche sowie Durchfall und Erbrechen.

CORL (Canine Odontoklastisch Resorptive Läsion)

CORL (Canine Odontoklastisch Resorptive Läsion) bezeichnet eine entzündliche und zerstörende Zahnerkrankung bei Hunden, die sehr selten auftritt. Der entzündliche Prozess betrifft, von der Zahnwurzel ausgehend, Teile der Zahnflächen und das umliegende Weichgewebe.

E


Ehrlichiose

Die Infektionskrankheit Ehrlichiose wird durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen und zählt zu den Reiseerkrankungen (früher Mittelmeerkrankheiten), die in Südeuropa vermehrt vorkommen. Die Erkrankung wird durch den Erreger Ehrlichia canis ausgelöst, der durch den Zeckenbiss übertragen wird. Die Inkubationszeit liegt bei 7-20 Tagen. Ehrlichiose ist nicht heilbar und wird symptomlindernd und erregerunterdrückend behandelt.
Nach Reisen in Risikogebiete oder der Adoption aus dem Ausland empfiehlt sich bei Hunden 3 Monate nach Einreise ein Reiseprofil bei einem Tierarzt erstellen zu lassen, um die Infektion mit Reiseerkrankungen auszuschließen bzw. frühzeitig zu erkennen.

Eosinophile Granulom der Katze (EGK)

Eosinophile Granulom der Katze (EGK)
Das eosinophile Granulom der Katze stellt keine eigenständige Erkrankung dar, sondern einen Komplex von Krankheitsanzeichen. Entzündliche Veränderungen zeigen sich auf der Haut, in der Mundhöhle sowie an den Schleimhäuten der Nase und sorgen für einen starken Juckreiz. Die Auslöser sind bisher nicht ausreichend erforscht. Das Auftreten wird in Zusammenhang mit Parasiten (Flöhen, Milben), Allergien (Futtermittel, Flohspeichel, Hausstaub), Autoimmunerkrankung, Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze, Verletzungen sowie Stress beobachtet.

F


Felines Coronavirus (FCoV)

Das Feline Coronavirus (FCoV) kommt weltweit vor und löst bei Katzen die Infektiöse Peritonitis (FIP) aus

Felines Immundefizienz-Virus (FIV)

Das Feline Immundefizienz-Virus ist eine weltweit verbreitete Virusinfektion, die das Immunsystem betroffener Katzen schwächt. Auslöser der Erkrankung sind Retroviren, die über Bisse und den Speichel oder auch Deckakte sowie von der Mutter auf ihre Welpen übertragen werden können. Die Erkrankung kann anhand einer serologischen Untersuchung des Blutes der Katze nachgewiesen werden. Die FIV-Infektion ist nicht heilbar und die Therapie richtet sich in erster Linie gegen die sekundären Infekte, die sich aufgrund der FIV-Erkrankung langwieriger gestalten. Eine Impfung gegen FIV existiert derzeit nicht.

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine in der Regel tödlich verlaufende virale Infektionskrankheit, die eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) auslöst. Eine Infektion mit dem feline Coronavirus (FCoV) erfolgt über den Kot und führt bei Katzen zu leichten Durchfällen sowie Erbrechen. Die Erkrankung FIP entsteht erst, wenn das Coronavirus mutiert (das Erbgut des Virus verändert sich dauerhaft). Da die Mutation nicht zwangsläufig erfolgen muss, erkranken lediglich 5-10% der infizierten Katzen. Das Coronavirus ist über einen Antikörpertest anhand einer Blutprobe nachweisbar. Die Erkrankung tritt bei jungen, älteren oder anderweitig immungeschwächten Tieren auf. FIP kann lediglich symptomlindernd behandelt werden.

Feline Leukämievirus (FeLV)

Der Feline Leukämievirus kann neben Lymphomen (bösartige Tumore des lymphatischen Gewebes) eine Anämie sowie eine allgemeine Immunschwäche hervorrufen. Die Anzeichen der Erkrankung gestalten sich vielfältig. Verursacht wird FeLV durch Retroviren. Der Virus wird im direkten Kontakt von Katze zu Katze vorrangig über den Speichel übertragen. Über die Maul- und Nasenschleimhäute gelangt der Erreger in die Lymphknoten, von wo er sich über die Blutbahn bis ins Knochenmark ausbreitet. Die FeLV-Infektion kann nur symptomatisch behandelt und nicht geheilt werden.

Feline Panleukopenie

Die Feline Panleukopenie wird durch den Parvovirus verursacht, der eng mit dem caninen Parvovirus verwandt ist. Die Krankheit ist hochansteckend und die Viren werden über Kot und Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Symptome sind Erbrechen und Durchfall, der meist blutig ist, Fieber, Appetitlosigkeit sowie starke Abgeschlagenheit. Aufgrund der Symptome dehydrieren betroffene Katze schnell. Gleichzeitig sorgt der Virus für den Abbau der roten und weißen Blutkörperchen (Leukopenie). Die Feline Panleukopenie kann lediglich symptomatisch behandelt und nicht geheilt werden. Schutz bietet die frühzeitige Impfung von Katzenwelpen.

FORL (Feline Odontoklastisch Resorptive Läsion)

FORL (Feline Odontoklastisch Resorptive Läsion) ist eine häufige und sehr schmerzhafte Zahnerkrankung der Katze. Körpereigene Zellen werden zu Odontoklasten („Dentinfresser“) und bauen die Zahnhartsubstanz ab. Der Abbau (Resorption) bleibt zunächst unbemerkt, da er an den Zahnwurzeln stattfindet. Erst im weiteren Verlauf erfolgen Schäden im sichtbaren Bereich der Zähne. Häufig tritt FORL begleitet durch eine Gingivitis auf. Die Ursache für FORL ist bisher ungeklärt.

G


Gingivektomie

Bei einer Gingivektomie wird ein Teil des Zahnfleisches chirurgisch abgetragen.

Gingivitis

Zahnfleischentzündung

Gingivitis-Stomatitis-Komplex der Katze

Der Gingivitis-Stomatitis-Komplex der Katze bezeichnet eine Kombination aus einer Entzündung des Zahnfleisches sowie der Maulscheimhaut. Die Schleimhäute schwellen an und sind gerötet. Betroffene Katzen stellen das Fressen aufgrund von Schmerzen ein, entwickeln einen starken Mundgeruch sowie vermehrte Speichelbildung. Mögliche Ursachen sind bakterielle Infektionen der Maulschleimhaut, Virusinfektionen der Mundhöhle durch Herpes- oder Caliciviren sowie Autoimmunerkrankungen.

H


Hämotrope Mykoplasmose oder Hämoplasmose (Hämobartonellose)

Die hämotrope Mykoplasmose oder Hämoplasmose (früher Hämobartonellose) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die bei Hunden und Katzen auftritt und durch hämotrope Mykoplasmen ausgelöst wird. Die Bakterien befallen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), was zu ihrem zum Abbau führt. Die Folge ist eine Blutarmut (Anämie). Die Infektion mit hämotropen Mykoplasmen erfolgt durch Flohbisse.

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Die Hepatitis contagiosa canis wird durch das Canine Adenovirus-1 (CAV-1) verursacht und führt zu einer Leberentzündung bei Hunden. Symptome von HCC sind Fieber, Erbrechen, Durchfall, gelegentlich Hornhauttrübung und Gelbsucht (Ikterus). Die Leberentzündung kann chronisch verlaufen, wenn der Hund nicht über ausreichend Antikörper verfügt. In diesem Fall wird das Lebergewebe dauerhaft geschädigt (Leberfibrose und Leberzirrhose) und ihre Leistung eingeschränkt. Die Ansteckung mit HCC erfolgt vorrangig über Urin, aber auch Kot und Körperflüssigkeiten. Hepatitis contagiosa canis tritt aufgrund des umfassenden Impfschutzes eher selten auf. Eine heilende Therapie ist bei Hepatitis contagiosa canis nicht möglich, sondern lediglich eine Behandlung zur Linderung der Symptome.

Hernie

Eine Hernie ist ein sogenannter Eingeweidebruch, bei dem sich eine sackförmige Ausstülpung durch eine Muskellücke nach außen bildet und sich innere Organe bzw. auch Gewebe in den Bruchsack verlagern. Hernien können angeboren oder erworben (z. B. durch Unfälle) sein.
Je nach Lokalität des Bruchs werden Hernien wie folgt unterschieden:

  • Inguinalhernie (Leistenbruch)
  • Perinealhernie (Dammbruch)
  • Umbilikalhernie (Nabelbruch)
  • Skrotalhernie (Hodenbruch)
  • Zwerchfellhernie (und die Hiatushernie als Sonderform der Zwerchfellhernie)

I


Inflammatory Bowel Disease (IBD)

Die englische Bezeichnung Inflammatory Bowel Disease (IBD) steht für eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die bei Hunden und Katzen auftritt. Die Ursache der Erkrankung ist derzeit noch ungeklärt, ein Zusammenhang mit Futtermittelunverträglichkeit wird vermutet. Aufgrund der Tatsache, dass die IBD nur über den Ausschluss anderer Erkrankungen festgestellt werden kann, gestaltet sich die Diagnostik komplex. Die Behandlung erfolgt symptomlindernd und beinhaltet eine Umstellung des Futters, wenn es als Auslöser gilt.

Incisivi

Schneidezähne

J


Juvenile Gingivahyperplasie

Die juvenile Gingivahyperplasie zeigt sich oft bei Rassekatzen vor oder während des Zahnwechsels. Es handelt sich um eine stark durchblutete entzündliche Wucherung der Schleimhaut, die Zähne teilweise vollständig bedeckt und zusammen mit Plaqueablagerungen auftritt. Betroffene Katzen auf FORL zu untersuchen ist ratsam.

K


Katzenschnupfen

Katzenschnupfen wird durch unterschiedliche Viren (Herpesviren, Caliciviren) und Bakterien (Chlamydien, Bordetellen, Mykoplasmen) ausgelöst und ist hochgradig ansteckend. Hauptsächliche Verursacher sind Herpesviren und Caliciviren. Je nach Erreger gibt es milde als auch kritische Verlaufsformen. Betroffen sind Augen, Nase und Maulhöhle. Die Übertragung erfolgt bei Katzenschupfen durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Katzen bis 3 Monate und ältere Tiere sind deutlich gefährdeter an Katzenschnupfen zu erkranken, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet bzw. geschwächt ist. Eine Impfung im Welpenalter schützt gegen die Infektion mit Katzenschnupfen.

Kreuzbiss

Der Kreuzbiss bezeichnet, dass die unteren Schneidezähne teilweise vor die oberen Schneidezähne greifen. Ursachen für den Kreuzbiss können einzelne fehlgestellte Schneidezähne (Incisivi) oder auch eine Kieferfehlstellung sein.

L


Lanzenzahn (Lance Canine)

Der Lanzenzahn ist eine Zahnfehlstellung. Die Zahnspitze ist nicht nach unten, sondern nach vorne gerichtet.

Lavage

Die Lavage (lat. lavare „waschen“) bezeichnet in der Medizin die Spülung von Körperhöhlen. Lavagen können der Gewinnung von Proben dienen (Bronchoalveoläre Lavage (BAL) – Gewinnung von Proben aus der Lunge), Gastrointestinale Lavage – Gewinnung von Proben aus dem Magen-Darm-Trakt oder auch als therapeutische Maßnahme (Peritoneallavage – Spülung der Bauchhöhle).

Leishmaniose

Der Erreger Leishmania infantum wird über den Stich der Sandmücke übertragen, die vermehrt in Südeuropa, Mittel- und Südamerika sowie im Nahen Osten verbreitet ist. Leishmaniose zählt zu den Reiseerkrankungen, früher als Mittelmeerkrankheiten bezeichnet. Die Inkubationszeit beträgt mindestens 3 Monate bis zu 7 Jahren. Die Symptome der Leishmaniose sind sehr variabel, häufig treten Veränderungen der Haut an Kopf und Ohrrändern auf. Zudem können Abgeschlagenheit/Bewegungsunlust, Nasenbluten, Fieber und Appetitlosigkeit auftreten. Die Erkrankung ist nicht heilbar und wird symptomlindernd und erregerunterdrückend behandelt.
Reisen Hunde ins Ausland oder werden importiert, empfiehlt sich 3 Monate nach Einreise ein Reiseprofil bei einem Tierarzt erstellen zu lassen, um die Infektion mit Reiseerkrankungen auszuschließen bzw. frühzeitig zu erkennen.

Leptospirose

Die Infektionskrankheit Leptospirose wird durch Bakterien (Leptospiren) verursacht. Leptospiren werden von kleinen wild lebenden Nagetieren mit dem Urin ausgeschieden. Hunde nehmen die Bakterien beim Trinken aus Pfützen oder stehenden Gewässern auf. Die Bakterien gelangen in die Blutbahn und vermehren sich rasch in Milz, Leber, Nieren, Augen, Geschlechtsorganen sowie dem dem zentralen Nervensystem und es kann in Folge zu Organschäden kommen.
Die derzeitigen Impfstoffe schützen gegen vier Erregerstämme von Leptospira (Icterohaemorrhagiae, Canicola, Bratislava und Grippotyphosa).

Leukämie

Leukämie (weißes Blut) ist der Oberbegriff für verschiedene bösartige (maligne) Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems. Umgangssprachlich wird Leukämie oft als „Blutkrebs“ bezeichnet. Die Gruppe der Erkrankungen vereint die Entartung und gesteigerte Vermehrung von weißen Blutkörpchen (Blasten). Die unterschiedlichen Formen der Leukämie werden anhand der erkrankten Blutzellen unterschieden, zudem gibt es akute und chronische Leukämien. Formen der Leukämie sind die akute lymphoblastische Leukämie (ALL, lymphatische Stammzellen entarten), akute myeloische Leukämie (AML, unreife Vorstufen der weißen Blutkörperchen entarten (Granulozyten oder Monozyten)), chronisch lymphatische Leukämie (CLL, Abwehrzellen entarten (Lymphozyten)) sowie die chronisch myeloische Leukämie (CML, Knochenmarkzellen entarten (monoklonale Stammzellen)). Die Folgen der Erkrankung sind eine erhöhte Infektanfälligkeit mit schwerwiegend verlaufenden Infekten, eine starke Blutungsneigung (Nasen-/Zahnfleischbluten) sowie Anämie.

Liquor cerebrospinalis

Das Liquor cerebrospinalis (Zerebrospinalflüssigkeit) ist die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit. Sie zirkuliert in Liquor-Räumen des Gehirns und des Wirbelkanals.

Lymphatisches System

Das lymphatische System umfasst die Lymphbahnen sowie die primären lymphatischen Organe (Thymus und Knochenmark), die die Zellen des lymphatischen Systems (Lymphozyten) produzieren. Zu den sekundären lymphatische Organen zählen Lymphknoten, Mandeln und Milz.

(Malignes) Lymphom

Das maligne Lymphom bezeichnet bösartige Tumorerkrankungen des lymphatischen Systems, zu dem die Lymphbahnen und die primären lymphatischen Organe (Thymus und Knochenmark) zählen, die die Zellen des lymphatischen Systems (Lymphozyten) bilden. Sekundäre lymphatische Organe sind Lymphknoten, Mandeln und Milz. Entartete Lymphozyten wachsen und vermehren sich bei einem malignen Lymphom unkontrolliert.

M


Metastase

Der Begriff Metastase wird im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen verwendet. Metastasen sind abgewanderte Zellen des Ursprungstumors (Primärtumor), die sich je nach Tumorart örtlich nah und/oder auch im ganzen Körper und/oder Organen als Tochtergeschwulste ansiedeln.

Morbus Addison (Hypoadrenokortizismus, Nebenniereninsuffizienz)

Morbus Addison, auch als Hypoadrenokortizismus bezeichnet, ist eine Erkrankung bei der die Nebennierenrinden zu wenig Cortisol (Glucocorticoid) und Aldosteron (ein Mineralocorticoid) produzieren. Der Mangel an diesen lebenswichtigen Hormonen führt zu Störungen des Flüssigkeits-, Mineralstoff- sowie Energiestoffwechsels. Er schwächt das Immunsystem und hat negative Auswirkungen auf die Stressbewältigung. Morbus Addison kommt bei Hunden regelmäßig, bei Katzen eher selten vor. Die Symptome der Erkrankung entwickeln sich schleichend über Wochen bis Monate.

Unterschieden werden drei Formen der Nebenniereninsuffizienz:

Primäre Nebenniereninsuffizienz
Die hormonproduzierenden Rindenzellen sind geschädigt und können nicht mehr ausreichend Kortison abgeben. Auslöser können Autoimmunerkrankungen sein, aber auch Infektionen oder Tumore.

Primäre Nebenniereninsuffizienz
Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), die durch den Hypothalamus gesteuert wird, produziert nicht mehr ausreichende Mengen des Botenstoffes ACTH (Adrenocorticotropes Hormon). ACTH stimuliert die Nebennierenrinde zur Produktion von Kortison.

Iatrogener Hypoadrenokortizismus
Der iatrogene Hypoadrenokortizismus wird durch die Gabe von Medikamenten ausgelöst. Iatrogener Hypoadrenokortizismus kann bei Patienten auftreten, die eine Kortisontherapie erhalten und noch nicht korrekt eingestellt sind sowie nach dem abrupten Absetzen von Kortison nach längerer Behandlung.

Multiples Myelom (Plasmozytom)

Das multiple Myelom (MM) gehört zu den bösartigen Tumorerkrankungen des Knochenmarks. Neoplastisch veränderte Plasmazellen (Myelomzellen) teilen und vermehren sich und infiltrieren an mehreren (multiplen) Stellen Knochen sowie Knochenmark. Das multiple Myelom zählt zu den hämatopoetischen Tumoren.

N


Neutrophile Granulozyten

Neutrophile Granulozyten zählen zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und unterstützen die körpereigene Immunabwehr. Sie werden in stabkernige (junge Zellen) und segmentkernige Zellen (alte Zellen) unterschieden. Die segmentkernigen neutrophilen Granulozyten machen beim Hund 55% bis 75% der gesamten Leukozyten aus. Bei Katzen sind 55-60% der Leukozyten neutrophile Granulozyten.

P


Parodont

Zahnhalteapparat

Parodontitis

Bakteriell ausgelöste Entzündung des Zahnhalteapparats, die langfristig zu Zahnverlust und einer Schädigung des Kieferknochens führt.

Parodontologie

Die Parodontologie beschäftigt sich mit Erkrankungen und der Gesunderhaltung des Zahnhalteapparats.

Parvovirose

Parvovirose ist eine ansteckende Viruserkrankung beim Hund. Die Erkrankung wird durch verschiedene Varianten des caninen Parvovirus (CPV 2a, 2b und 2c) verursacht. Betroffene Hunde zeigen starkes Erbrechen und wässrigen, meist blutigen Durchfall. Die Therapie des Virus selbst ist nicht möglich, sondern lediglich eine Behandlung der Symptome (Erbrechen, Durchfall, Fieber, Dehydratation). Die Infektion kann durch die Aufnahme von infiziertem Kot, kontaminiertem Futter, Belecken von Fell, Händen oder auch Kleidung erfolgen. Schutz bietet die Impfung gegen die genannten Parvoviroseerreger im Welpenalter.

Pleuraerguss

Der Pleuraerguss bezeichnet eine pathologische (krankhafte) übermäßige Flüssigkeitsansammlung in der Pleurahöhle. Die Flüssigkeit sammelt sich zwischen dem Lungenfell und dem Brust- bzw. Rippenfell.

Perikarderguss

Der Perikarderguss ist eine pathologische (krankhafte) Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel.

S


Stomatitis

Die Stomatitis ist eine Entzündung der Maulschleimhaut, die häufig durch bakterielle Dentalerkrankungen (Paradontitis, Gingivitis) ausgelöst wird. Therapie ist eine professionelle Parodontalbehandlung, um die Bakteriendichte in der Maulhöhle zu reduzieren. In fortgeschrittenen Fällen kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.

Stomatologie

Die Stomatologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der Maulschleimhaut.
Veränderungen an der Schleimhaut können zum Beispiel infektiöse oder immunologische Ursachen haben oder durch den Kontakt mit reizenden Stoffen entstehen. Auslöser können auch systemische Erkrankungen sein wie zum Beispiel FIV (Feline Immundefizienz-Virus, „Katzen-AIDS“) und FeLV (Feline Leukämievirus) bei der Katze, Diabetes mellitus sowie Nierenerkrankungen.
Häufige Erkrankungen der Maulschleimhaut sind unter anderem der Gingivitis-Stomatitis-Komplex der Katze, die juvenile Gingivahyperplasie der Katze sowie Stomatitis und Abklatschläsionen (hoch­gra­dige Parodontitis) beim Hund.

T


Toxoplasmose

Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit der Katze, die durch den einzelligen Parasit Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Der Erreger wird über unzureichend erhitztes Fleisch aufgenommen, dementsprechend ist für Freigänger und rohgefütterte Katzen die Infektionsgefahr erhöht. Häufig verläuft die Erkrankung zunächst symptomlos, nur gelegentlich treten leichter Durchfall, Fieber oder geschwollene Lymphknoten auf. Die klinischen Symptome der Infektionskrankheit sind vielfältig, möglich sind Durchfall, Husten, Fieber, Leberentzündungen und/oder Hirnhautentzündungen. Toxoplasmose gehört zu den Zoonosen, die sowohl auf andere Tiere als auch Menschen übertragbar sind. In der Humanmedizin stellt Toxoplasmose insbesondere für Schwangere ein Risiko dar, da eine Infektion je nach Stadium der Schwangerschaft schwere Gehirnschäden bei Ungeborenen verursachen kann.

Thrombozytopenie

Die Thrombozytopenie bezeichnet eine verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut. Sie kann durch Infektionen, bestimmte Medikamente, aber auch durch eine mangelnde Produktion von Thrombozyten des Knochenmarks entstehen.

U


Ulna Osteotomie

In der Wachstumsphase können bei Hunden starke Unterschiede in der Länge von Elle und Speiche entstehen. Die Ulna Osteotomie ist eine Operationsmethode zur Angleichung des Höhenunterschieds, indem die Elle (Ulna) durchtrennt (osteotomiert) wird.

Z


Zahnfrakturen

Zahnfrakturen (lat. fractura = Bruch) sind Brüche, Risse oder Absplitterungen der Zähne, die bei Hunden und Katzen durch starke Abnutzung oder Unfälle verursacht werden.

Zahnschmelzhypoplasie

Die Zahnschmelzhypoplasie ist angeboren und der Zahnschmelz ist vermindert oder gar nicht vorhanden. Die Zähne sind häufig klein, fleckig, defekt oder gerillt und haben eine hohe Neigung zur Bildung von Karies.

Zangengebiss

Der Zangenbiss ist eine Kieferfehlstellung beim Hund, bei der die Zähne nicht versetzt stehen, sondern beim Kieferschluss an den Schneideflächen aufeinandertreffen. Bei einer normalen Kieferstellung greifen die Zähne des Oberkiefers über die Außenfläche der Unterkieferzähne (Scherengebiss) und stehen auf Lücke.

Zoonose

Zoonosen sind Infektionskrankheiten der Wirbeltiere. Sie sind von Tier zu Mensch, von Tier zu Tier sowie von Mensch zu Mensch übertragbar. Erreger von Zoonosen sind Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Je nach Infektionskrankheit findet die Übertragung durch direkten Kontakt (Körperflüssigkeiten/Ausscheidungen), Nahrungs-/Lebensmittel oder Parasiten statt.